Unterschiedliche Wege zur Rendite – Wie Diversifikation funktionieren sollte

Diversifikation gilt als eine der einfachsten Regeln der Geldanlage: Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen. Also werden Aktien über Länder, Branchen und Unternehmen verteilt und um Anleihen ergänzt. Das Ergebnis gilt als diversifiziert.

Doch häufig gilt das nur auf dem Papier. Entscheidend ist nicht, wie viele Positionen ein Portfolio enthält, sondern von welchen wirtschaftlichen Kräften sie abhängen. Tausend Aktien bleiben Aktien. Und Aktien und Anleihen können trotz ihrer unterschiedlichen Bezeichnung auf dieselben Faktoren reagieren: Inflation, Zinsen und Liquidität.

Diversifikation beginnt deshalb nicht bei der Anzahl der Anlagen, sondern bei der Unabhängigkeit ihrer Renditequellen.

Ein Monat, drei unterschiedliche Ergebnisse

Der Juli 2026 liefert dafür ein anschauliches Beispiel: Der globale Aktienmarkt, gemessen am MSCI ACWI in Euro, verlor 0,55 Prozent. Globale Investment-Grade-Anleihen, gemessen am währungsgesicherten Bloomberg Global Aggregate Bond Index, gaben um 1,14 Prozent nach.

Der FTC Futures Fund Classic C EUR erzielte im selben Monat 6,85 Prozent und gehörte damit zu den zehn stärksten der von IASG erfassten Managed-Futures-Programme mit einem verwalteten Vermögen von mindestens zehn Millionen US-Dollar.

 

Anlage beziehungsweise Index Juli 2026 Seit Jahresbeginn
FTC Futures Fund Classic C EUR +6,85 % +13,37 %
MSCI ACWI, Net Return in EUR −0,55 % +13,65 %
Bloomberg Global Aggregate Bond Index, EUR Hedged −1,14 % −0,88 %

 

Ein einzelner Monat beweist noch keine Diversifikationswirkung. Er kann aber zeigen, wie unterschiedlich Rendite entstehen kann.

Gleiche Rendite. Anderer Weg.

Seit Jahresbeginn lagen der MSCI ACWI und der FTC Futures Fund Classic C EUR mit 13,65 beziehungsweise 13,37 Prozent nahezu gleichauf, doch die Ergebnisse entstanden auf unterschiedlichen Wegen.

Der globale Aktienmarkt profitierte von Gewinnwachstum, Bewertungen und der Bereitschaft der Anleger, Aktienrisiken zu übernehmen. Der FTC Futures Fund Classic ist dagegen nicht auf steigende Aktienmärkte angewiesen. Er kann über liquide Futures an Aufwärts- und Abwärtsbewegungen in Aktienindizes, Anleihen, Währungen und Rohstoffen partizipieren.

Der interessante Punkt ist deshalb nicht die Frage, welche Anlage in einem bestimmten Monat vorne liegt. Entscheidend ist, ob ihre Renditen aus unterschiedlichen Quellen stammen.

Warum die klassische Mischung nicht immer genügt

Das traditionelle Mischportfolio beruht auf einer plausiblen Annahme: Wenn Aktien fallen, sollen Anleihen stabilisieren. Über lange Zeiträume hat diese Kombination funktioniert. Sie ist deshalb nicht falsch. Aber sie ist auch kein Naturgesetz.

Steigen Inflationserwartungen oder langfristige Zinsen, können Aktienbewertungen unter Druck geraten, während gleichzeitig die Kurse bestehender Anleihen fallen. Aus zwei Anlageklassen wird dann vorübergehend ein gemeinsames Risiko.

Ein Weltaktienindex reduziert das Risiko einzelner Unternehmen, Branchen und Länder. Er beseitigt jedoch nicht das grundsätzliche Aktienmarktrisiko. Ein globaler Anleihenindex streut über Emittenten und Laufzeiten, bleibt aber von Zinsen, Inflation und Kreditrisiken abhängig.
Breite Streuung innerhalb einer Anlageklasse und Diversifikation zwischen unterschiedlichen Renditequellen sind nicht dasselbe.

Managed Futures als zusätzliche Renditequelle

Managed-Futures-Strategien investieren nicht dauerhaft in eine bestimmte Richtung. Sie suchen systematisch nach Trends über verschiedene Märkte hinweg und können Long- und Short-Positionen eingehen.

Damit können sie grundsätzlich von steigenden Rohstoffpreisen ebenso profitieren wie von fallenden Anleihekursen, von Währungsbewegungen ebenso wie von rückläufigen Aktienindizes. Entscheidend ist weniger, ob die Weltwirtschaft wächst oder schrumpft, sondern ob sich verwertbare Marktbewegungen entwickeln.

Das macht Managed Futures weder automatisch defensiv noch dauerhaft erfolgreich. Trendfolgestrategien durchlaufen teilweise ausgeprägte Verlustphasen. In richtungslosen oder abrupt wechselnden Märkten können Signale ins Leere laufen. Auch der FTC Futures Fund Classic weist in seiner langfristigen Historie Schwankungen und Rückschläge auf.

Das Handelssystem des Fonds wurde 2025 grundlegend überarbeitet. Die aktuellen Ergebnisse sind ermutigend. Wie sehr das neue System das Rendite-Risiko-Profil dauerhaft verbessert, lässt sich jedoch erst über einen längeren Zeitraum und unterschiedliche Marktphasen hinweg beurteilen.

Der Fonds ist deshalb nicht als Ersatz für Aktien oder Anleihen zu verstehen. Seine Funktion liegt darin, traditionelle Portfolios um ein andersartiges Ertragsprofil zu ergänzen.

Echte Diversifikation fragt deshalb: Welche Faktoren erzeugen die Rendite? Unter welchen Bedingungen entstehen Verluste? Und welche Strategien können einen Beitrag leisten, wenn traditionelle Anlageklassen gleichzeitig unter Druck geraten?

Der Juli 2026 liefert darauf keine endgültige Antwort. Aber er veranschaulicht das Prinzip. Diversifikation bedeutet nicht, dass jede Anlage jederzeit funktioniert. Sie bedeutet, dass nicht alle Anlagen aus demselben Grund funktionieren müssen.

Daten per 31. Juli 2026. Quellen: IASG, MSCI und State Street/Bloomberg. Die IASG-Auswahl umfasst die dort gelisteten Managed-Account-Programme mit einem verwalteten Vermögen von mindestens zehn Millionen US-Dollar; die Renditeangaben werden von den jeweiligen Managern bereitgestellt. Indexrenditen sind nicht unmittelbar mit der Wertentwicklung eines Fonds vergleichbar. Indizes können nicht direkt erworben werden.
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