Die "alte Weltordnung" wird von einer neuen abgelöst
Spätestens mit der Wiederwahl von Donald Trump zeigt sich: die liberale, globale auf international akzeptierten Regeln basierte Weltordnung, die wir seit Mitte der 90er Jahre kennen, existiert in dieser Form nicht mehr.
Wichtige Parameter dessen, was sich stattdessen herausbildet, sind:
- Nationale Interessen und Sicherheitsstrategien haben Vorrang vor globaler Zusammenarbeit.
- Lieferketten und Rohstoffe werden agressiv und egoistisch gesichert.
- Ausgelagerte Produktion soll wieder zurückverlagert werden ("Re-Shoring").
- Die Unabhängigkeit von Nationalbanken wird in Frage gestellt, Zinsen werden "politisiert".
- Geld fließt zunehmend aus staatlicher Nachfrage in industrielle Produktion bzw. strategische Subvention.
Das alles hat direkte Auswirkung auf den Kapitalmarkt – und damit auf Ihr Vermögen.
Anlageklassen funktionieren nicht mehr wie früher
Die geopolitischen und wirtschaftspolitischen Verschiebungen sind in vollem Gang.
Schon jetzt zeigen sich die Konsequenzen direkt auf den Kapitalmärkten. Die neue Logik ist nicht mehr von dem Streben nach Stabilität und Effizienz getrieben, sondern vom Anspruch auf Sicherheit und Vormacht.
Für die einzelnen Asset-Klassen bedeutet das etwa:
Aktien
- stärkere Divergenz nach Regionen (USA vs. Europa vs. China)
- politische Gewinnerbranchen (Rüstung, Energie, Infrastruktur, KI)
- höhere Volatilität durch (geo)politische Instabilität
Anleihen
- Verlust der klassischen Stabilisatorfunktion
- positive Korrelation zu Aktien in Inflationsphasen
- Verstärkter Einfluss von fiskalischer Stabilität und geopolitischer Rolle
Rohstoffe
- struktureller Aufwärtstrend durch Deglobalisierung und abnehmende Versorgungssicherheit
- strategische Bedeutung (Energie, Metalle) nimmt massiv zu
- erhöhtes Risioko von Preisschocks durch geopolitische Konflikte
Währungen
- zunehmende Fragmentierung des globalen Währungssystems
- stärkere politische Einflussnahme (Kapitalverkehr, Handelsblöcke)
- US-Dollar bleibt dominant, aber unter wachsendem Druck durch Alternativen
Gold
- Renaissance als Absicherung gegen geopolitische Instabilität
- Nachfrage durch Zentralbanken steigt
- profitiert von Vertrauensverlust in Fiat-Systeme
Alternative Strategien (z. B. Trendfolger, Volatilität)
- gewinnen an Bedeutung in einer instabilen Marktumgebung
- können auch in fallenden Märkten Profite erzielen
- bieten zusätzliche Diversifikation
Asset Allocation weiter denken
Anleger, deren primäres Ziel der langfristige Werterhalt ihres Vermögens ist, werden von den Veränderungen besonders herausgefordert.
Anleihen mit hoher Bonität liefern aktuell negative Realrenditen und der im typischen, konservativen Anlagemix geringe Aktienanteil wird den Kaufkraftverlust wahrscheinlich nicht kompensieren.
Der zunehmende Gleichlauf beider Anlageklassen macht aus den früher durch Anleihen gegebenen Schutz vor Aktienkrisen ein doppeltes Risiko.
In diesem Umfeld sind neue Strategien zur Sicherung von Vermögen und Kaufkraft notwendig.